Diabetischer Fuß

Unter dem Begriff des diabetischen Fuß-Syndroms werden verschiedene klinische Bilder zusammengefasst, die häufig gleichzeitig sowohl mikro- und makroangiopathische, als auch neuropathische Komponenten aufweisen. Eine schlechtere Wahrnehmung von krankhaften Veränderungen an den Füßen in Kombination mit einer höheren Wahrscheinlichkeit der Entstehung aufgrund von Durchblutungsstörungen führen in einen Krankheitsprozess, an dessen Ende die Amputation der gesamten Extremität stehen kann. Dies hat massive Einschränkungen für den Patienten und eine deutlich herabgesetzte Lebensqualität zur Folge. Bis zu 10 % aller Patienten mit Diabetes mellitus leiden an einem Fußulkus. Die Neuerkrankungsrate liegt jährlich bei ca. 5 %. Mit über 60. 000 Amputationen pro Jahr liegt Deutschland europaweit im oberen Bereich. Etwa 70 % aller Amputationen werden bei Patienten mit Diabetes mellitus durchgeführt.

Die Wirksamkeit der Doppelfiltrations-Plasmapherese (DFPP) in Form der Rheopherese wurde beim ischämisch diabetischen Fuß-Syndrom in einer Pilotstudie untersucht. Bei acht Patienten mit Typ-2 Diabetes mellitus wurden im Bereich ischämischer Ulcera, die unter standardisierter Wundbehandlung seit mindestens zwei Monaten keinerlei Wundheilung aufwiesen, die einsetzende Wundheilung und Veränderungen des Sauerstoffpartialdrucks im Gewebe dokumentiert. Bei vier Patienten (Wagner-Stadium 2) wurde durch die Rheopherese eine Wundheilung der Fuß-Ulcera erreicht, verbunden mit einer Verbesserung des Wagner-Stadiums und einem deutlichen Anstieg des Sauerstoffpartialdrucks. Bei zwei Patienten (Wagner-Stadium 2) blieb der Status der Wundheilung unverändert, aber der angestiegene Sauerstoffpartialdruck erlaubte im Anschluss eine erfolgreiche Minor-Amputation. Bei zwei Patienten (Wagner-Stadium 4 bzw. 5) wurde kein Ansprechen auf die Therapie erreicht. Die DFPP kann beim ischämisch-diabetischen Fuß-Syndrom zum Erhalt der funktionellen Extremität und der Vermeidung von Major-Amputationen beitragen.

Die Ergebnisse dieser Pilotstudie rechtfertigen einen Therapieversuch als Ultima ratio im Einzelfall. Für eine generelle Empfehlung sind kontrollierte Studiendaten zu fordern.



Für weitere Informationen zum Thema DFPP bei diabetischem Fuß wenden Sie sich gerne an das Apherese ForschungsInstitut.



Weiterführende Literatur

  • Erdtracht B, Klingel R. Rheopherese zur Behandlung von Mikrozirkulationsstörungen am Beispiel des ischämischen diabetischen Fußes und der diabetischen Retinopathie. Lebendige Wissenschaft (2008) 96-109:1 60-162.
  • Klingel R, Erdtracht B, Gauss V et al. Rheopheresis in patients with ischemic diabetic foot syndrome: result of an open label prospective pilot trial. Ther Apher Dial (2005) 9: 473-481. Abstract
  • Klingel R, Mumme C, Faßbender T et al. Rheopheresis in patients with ischemic diabetic foot syndrome: results of an open label prospective pilot trial. Ther Apher Dial (2003) 7: 444-455. Abstract
  • Richter WO, Jahn P, Jung N et al. Fibrinogen adsorption in the diabetic foot syndrome and peripheral arterial occlusive disease: first clinical experience. Ther Apher (2001) 5: 335-339. Abstract


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