Die altersabhängige Makuladegeneration (AMD)

Die altersabhängige Makuladegeneration ist eine Erkrankung der Netzhaut des Auges, die zum Verlust des zentralen Sehvermögens führt (Deutsche Ophthalmologische Gesellschaft, Leitlinie Nr. 21). Die AMD ist die häufigste Ursache schwerer Sehbehinderungen und von Erblindung oberhalb des 50. Lebensjahres in allen westlichen Ländern. Derzeit befassen sich zahlreiche Forschungsprojekte in der Ophthalmologie mit den immer noch zum großen Teil unbekannten Ursachen für die Entstehung und das Fortschreiten der AMD. Bei der AMD lassen sich zwei Verlaufsformen unterscheiden: die trockene und feuchte Form. Bei den trockenen Formen der AMD, die etwa 80% der Erkrankungen ausmachen, bilden sich eiweiß- und lipidhaltige Ablagerungen (Drusen) unterhalb der Netzhaut, oder Netzhautareale atrophieren. Kommt es zu Gefäßneubildungen in der Netzhaut, entsteht die feuchte Form der AMD.




Normales Sichtfeld und Sehbeeinträchtigung bei AMD.

Rheopherese bei AMD

Die Rheopherese ist ein Ansatz der Apheresetherapie, um Mikrozirkulationsstörungen zu behandeln. Eine Mikrozirkulationsstörung in der Netzhaut wird bei AMD angenommen. Die Rheopherese greift dabei direkt bei Risikofaktoren und pathophysiologisch relevanten Faktoren der AMD an: es kommt zu einer pulsartige Verringerung der Plasmaviskosität, zur Elimination von Fibrinogen, Cholesterin, von-Willebrand Faktor, α-2-Makroglobulin und möglicherweise des multimeren Vitronektins.

Drei kontrollierte klinische Studien in den USA und den Universitätsaugenkliniken Köln und Frankfurt zeigten, dass der natürliche Verlauf der AMD mit seiner fortschreitenden Visusverschlechterung durch die Rheopherese-Behandlung signifikant verbessert werden kann (Brunner et al. 2000, Pulido et al. 2002 und 2005, Koss et al. 2009).




MIRA-1 Endergebnisse: Gewinn im Sehvermögen nach 12 Monaten (gemessen in Linien der ETDRS-Tafel, modified per protocol population, n = 121). Patienten der Rheopherese-Gruppe im Vergleich zu Placebo.
46% der mit Rheopherese behandelten Patienten, die zu Beginn der Studie einen schlechteren Visus als 20/40 hatten, verbesserten sich nach zwölf Monaten auf besser als 20/40. Dies war nur bei 12% in der Placebogruppe der Fall.

Empfehlung für die Praxis

Die folgende Empfehlung stellt eine Synopsis der vorhandenen Erfahrungen mit der Rheopherese dar und muss in jedem Einzelfall von augenärztlicher Seite kritisch bzgl. ihrer Anwendbarkeit geprüft werden. Diese Empfehlung ist nicht Bestandteil der aktuellen Leitlinien der Deutschen Ophthalmologischen Gesellschaft. Bevor eine Behandlung konkret geplant wird, muss anhand aktueller augenärztlicher Untersuchungsbefunde im Einzelfall beurteilt werden, ob eine Therapie sinnvoll ist. Die Rheopherese ist bei Hochrisikopatienten, bei denen keine Therapiealternative besteht, zu erwägen. Die initiale Behandlungsserie besteht aus acht Behandlungen. Das aktuell empfohlene Therapieschema sieht jeweils zwei Behandlungen innerhalb einer Woche vor, gefolgt von einer zwei- bis vierwöchigen Therapiepause. Nach zwölf Monaten sollte die Notwendigkeit von Wiederholungsbehandlungen überprüft werden.



Die Durchführung der Rheopherese kann für den Einsatz in der ambulanten Praxis bei folgender Befundkonstellation im zu behandelnden Auge erwogen werden:











Für weitere Informationen zum Thema Rheopherese bei AMD steht Ihnen das Apherese ForschungsInstitut gerne zur Verfügung.



Weiterführende Literatur

  • Brunner R, Widder RA, Walter P et al. Influence of membrane differential filtration on the natural course of age-related macular degeneration: a randomized trial. Retina (2000) 20: 483-491. Abstract
  • Deutsche Ophthalmologische Gesellschaft (DOG), Leitlinie Nr. 21 Altersabhängige Makuladegeneration, www.dog.org , Stand 17. November 2011.
  • Klingel R, Koch FHJ, Kirchhof B. Best-available evidence supports the use of Rheopheresis for high-risk dry age-related macular degeneration. Ther Apher Dial (2010) 14: 608-609. Abstract
  • Koss MJ, Kurz P, Tsobanelis T et al. Prospective, randomized, controlled clinical study evaluating the efficacy of Rheopheresis for dry age-related macular degeneration. Dry AMD treatment with Rheopheresis trial-ART. Graefes Arch Clin Exp Ophthalmol (2009) 247: 1297-1306. Abstract
  • Pulido J, Klingel R, Sanders D. Rheopheresis for age-related macular degeneration: clinical results and putative mechanism of action. Can J Ophthalmol (2005) 30: 332-340. Abstract
  • Pulido J, Klingel R, Sanders DR et al. Multicenter prospective, randomized, double-masked, placebo-controlled study of Rheopheresis to treat nonexudative age-related macular degeneration: interim analysis. Tran Am Ophthalmol Soc (2002) 100: 85-108. Abstract


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