High Cut-Off Dialyse

Die High Cut-Off Dialyse, kurz HCO-Dialyse, ist eine spezielle Form der Hämodialyse, bei der Dialysatoren mit einer hohen Durchlässigkeit für Moleküle bis zu einer Größe von etwa 50 kDa verwendet werden. Bei gängigen High-Flux Dialysatoren liegt diese Permeabilitätsgrenze bei ca. 20 kDa.



Membran eines High-Flux Dialysators und eines High Cut-Off Dialysators mit
größeren Poren im Vergleich [Haase 2007].

Die High Cut-Off Dialyse kommt zum Beispiel beim akuten Nierenversagen, das assoziiert mit einem multiplen Myelom auftreten kann („Myelomniere“, Cast-Nephropathie), zum Einsatz. Durch diese Tumorerkrankung des Knochenmarks produziert der Körper im Übermaß komlette Immunglobuline oder Teile hiervon, die freien Leichtketten. Diese kommen in zwei Typen vor: die Lambda-Ketten mit einem Molekulargewicht von etwa 50 kDa und die Kappa-Ketten mit einem Molekulargewicht von etwa 25 kDa. Über das Blut gelangen diese Tumoreiweiße in die Niere und führen zu schweren Funktionsstörungen im glomerulären und tubulären Apparat und schließlich zum akuten Nierenversagen, das die Dialysetherapie erfordert.


Mögliche Indikationen zur HCO-Dialyse

  • Multiples Myelom (Akutes Nierenversagen bei Cast-Nephropathie, Myelomniere)
  • Rhabdomyolyse
  • Sepsis, schwere Verbrennungen



Beim Multiplen Myelom verbindet die High Cut-Off Dialyse die Nierenersatztherapie, d.h. die Elimination harnpflichtiger Substanzen und Wasser, mit der Elimination der freien Leichtketten. Der Einsatz erfolgt begleitend zur Chemotherapie. Durch die Entfernung freier Leichtketten soll eine Erholung der Niere unterstützt werden, was sich günstig auf die Heilungschancen des Patienten auswirken kann.

Weitere Krankheitsbilder, bei denen die High Cut-Off Dialyse zum Einsatz kommen kann, sind die Rhabdomyolyse (Entfernung von Myoglobin bei Muskelzerfall) und die Sepsis (Entfernung pro-inflammatorischer Moleküle).

Für weitere Informationen zum Thema High Cut-Off Dialyse wenden Sie sich gerne an das Apherese ForschungsInstitut.


Weiterführende Literatur

  • Haase M, Bellomo R, Morger S et al. High cut-off point membranes in septic acute renal failure: A systematic review. Int J Artif Organs (2007) 30: 1031-1041. Abstract
  • Heyne N, Denecke B, Guthoff M et al. Extracorporeal light chain elimination: high cut-off (HCO) hemodialysis parallel to chemotherapy allows for a high proportion of renal recovery in multiple myeloma patients with dialysis-dependent acute kidney injury. Ann Hematol (2012) 91: 729-735. Abstract
  • Heyne N, Guthoff M, Krieger J et al. High cut-off renal replacement therapy for removal of myoglobin in severe rhabdomyolysis and acute kidney injury: A case series. Nephron Clin Pract (2012) 121: c159-c164. Abstract
  • Hutchison CA, Heyne N, Airia P et al. Immunoglobulin free light chain levels and recovery from myeloma kidney on treatment with chemotherapy and high cut-off haemodialysis. Nephrol Dial Transplant (2012) 27: 3823-3828. Abstract
  • Hutchison CA, Cook M, Heyne N et al. European trial of free light chain removal by extended haemodialysis in cast nephropathy (EuLITE): A randomised control trial. Trials (2008) 9: 55. Abstract

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